Zum Hauptinhalt springen

40 Jahre Lebenshilfe Leibnitz - Kaffeehausgespräch mit Bgm. Helmut Leitenberger

Im Rahmen des Jubiläums 40 Jahre Lebenshilfe Leibnitz führen unsere Kund*innen heuer Kaffeehausgespräche mit für sie interessanten und wichtigen Personen durch.
Am 14. Oktober 2020 war der Bürgermeister der Stadtgemeinde Leibnitz, Herr Helmut Leitenberger, zu einem Interview eingeladen.
Selbstvertreter Herr Burkl führte wieder professionell das Gespräch:

Die Lebenshilfe Leibnitz feiert heuer ihr 40jähriges Bestehen. Auftrag ist es, Menschen mit Behinderung gemäß UN-Behindertenkonvention an der Gesellschaft und am täglichen Leben teilhaben zu lassen. Wie nehmen Sie als Bürgermeister der Stadt Leibnitz die Lebenshilfe Leibnitz wahr?

Ich kenne die Lebenshilfe Leibnitz schon lange vor meiner Zeit als Bürgermeister durch meine Arbeit in der Gebietskrankenkasse.
Die Lebenshilfe ist ein guter Partner geworden und für die Stadt Leibnitz wichtig.

Wie erleben Sie den Zugang der Bevölkerung/Wirtschaft etc. hinsichtlich Menschen mit einem Handicap? Was läuft gut, was läuft weniger gut? Was würden Sie sich wünschen?

Positiv für mich ist, dass es in Leibnitz mehrere Träger für die Begleitung von Menschen mit einer Behinderung gibt.
Die Schwierigkeiten sehe ich vielmehr, Menschen mit einem Handicap in die Wirtschaft zu integrieren. Durch die derzeitige schwierige Wirtschaftslage ist es bereits eine Herausforderung, Praktikumsplätze zu finden.
Bei einer Anstellung von Menschen mit Behinderung spielt meines Erachtens das gesamte Arbeitsumfeld in einem Betrieb die wichtigste Rolle, da das Verständnis und die Bereitschaft von der Arbeitsbelegschaft gegeben sein muss.
Die Stadtgemeinde Leibnitz erfüllt gottseidank die Richtlinien hinsichtlich Anstellung von Menschen mit Handicap, unter anderem beschäftigen wir bei der Gemeinde einen jungen Herren, der gerade die Lehrlingsausbildung macht. Aber auch in anderen Arbeitsbereichen der Stadtgemeinde Leibnitz sind Menschen mit Behinderung beschäftigt.

Die Stadtgemeinde Leibnitz kooperiert bereits vorbildlich mit der Lebenshilfe und ihren KundInnen über die Initiative mit Styria Vitalis im Hinblick auf Verbesserung der Barrierefreiheit im Zentrum von Leibnitz. Oft braucht es aber auch nur wenig oder gar kein Budget, um Denkansätze in zukünftige Planungen einbinden zu lassen.
Wären weitere Maßnahmen in den Bereichen Arbeit, Interessensvertretung, Bauen & Wohnen, Kultur & Tourismus, Barrierefreie Kommunikation & Information für Menschen mit einer Behinderung denkbar oder erstrebenswert?


Als Bürgermeister bin ich zum Österreichischen Städtebund „Barrierefreie Städte“ entsandt, hier gibt es in einigen Städten schon sehr gute Beispiele. Auch in der Stadt Leibnitz soll die Barrierefreiheit verbessert werden. Dazu haben bereits Begehungen mit Styria Vitalis, einem Raumplanerteam, der Technischen Abteilung und betroffenen BürgerInnen stattgefunden.
Ebenso gab es eine Begehung mit Baumforscher und Naturdenker Conrad Amber, um Ansätze für ein „grüneres“ Leibnitz zu gestalten.
Es wird auch notwendig sein, dass am Hauptplatz eine zusätzliche neue öffentliche WC-Anlage installiert wird.
Ich freue mich, wenn sich die Lebenshilfe Leibnitz mit Verbesserungsvorschlägen einbringt.

Sie sind nun schon lange Zeit Bürgermeister der Stadt Leibnitz. Wie schaffen Sie sich privat einen Ausgleich, um abzuschalten und zu entspannen?

Ein ganz wichtiger Bereich als Rückzug und Entspannung ist für mich meine Familie, aber ebenso meine Hobbies in freier Natur.
Ich liebe es zu spazieren und zu wandern. Mountainbiken und das Fliegenfischen sind ebenfalls Hobbies von mir.
Auch mit Musik entspanne ich gerne: Ich setze mich dann an mein Schlagzeug und spiele.